28. Februar 2017

 

Telefonische Anfrage beim Landkreis Stade nach dem aktuellen Stand der Dinge, weil sehr lange nichts über die geplanten Windanlagen zu lesen oder zu hören war.

 

Auskunft (von Herrn Schrödter): das Genehmigungsverfahren läuft noch, weil Ausgleichsmaßnahmen noch nicht endgültig geklärt sind und auch im RROP noch Regelungsbedarf besteht. Wann das Genehmigungsverfahren abgeschlossen sind wird, ist derzeit noch unklar.

 

Die Anwohner der Flethstraße seien von Immisionen gar nicht betroffen, es gäbe nur eine "optische" Beeinträchtigung!

 

 

4. Januar 2017

 

Unter LINKS  sind ein paar Artikel eingefügt zu zerstörten Windanlagen, Eiswurfproblemen und Wertverlust vom Häusern in der Nähe von Windenergieanlagen

 

 

25. Oktober 2016

 

Der Ausschuss für Städtebau und Umwelt des Rates der Stadt Stade hat zusammen mit dem Ortsrat Bützfleth nur zehn Tage vor Ende der Legislaturperiode die Änderung des Flächennutzungsplanes zugunsten der drei neuen bis zu 150m hohen Windenergieanlagen beschlossen. Nach Beratung (und hoffentlich intensiven Studiums der 400 seitigen Unterlagen in wenigen Tagen) einstimmig.

Wir sind verwundert, dass diese Aufgabe nicht dem neuen und anders zusammengesetzten Ortsrat erteilt wurde. Es entsteht der Eindruck, dass hier eine Abstimmung noch ganz schnell und ohne kritische Gegenstimmen durchgedrückt werden sollte.

Der Rat der Stadt hat dann dem Beschluss später ebenfalls zugestimmt.

 

Immerhin sind den betroffenen Bürgern an den Baustellenzuwegungen eine Reihe Zugeständnisse gemacht worden: der Investor muss bei allen Schäden im Zusammenhang mit dem Bau der Anlagen an Straßen und Gebäuden beweisen, dass seine Fahrzeuge und Mitarbeiter nicht verantwortlich sind. Dazu hat er vor Beginn der Baumaßnahmen  auf seine Kosten Gutachten erstellen zu lassen und muss technische Überwachungsanlagen  für den Verkehr auf den betroffenen Straßen aufstellen.

Das ist in einem städtebaulichen Vertrag zwischen der Stadt Stade und dem Investor schriftlich geregelt.

Die Anlagenteile sollen auch dieses Mal durch den Ort Bützfleth transportiert werden.

 

Inwieweit diese Regelungen eingehalten werden, wird sich zeigen. Bei anderen Windparkbauten haben sich erstaunliche Dinge und Verstöße ereignet...

 

 

15. September 2016

 

Acht aktive Mitstreiter der IG Flethstraße haben sich als Kandidaten für die Ortsratswahl am 11. September aufstellen lassen. Die FDP bot uns dafür Möglichkeit. Auf Anhieb haben wir hier im Ort 520 Stimmen für uns gewonnen, vor fünf Jahren waren es nur 75 für die FDP. Das bedeutet, dass wir zwei Mitglieder im Ortsrat stellen: Hilke Ehlers und Hannes Hartlef sind über Personenwahl hineingekommen.

Der Ortsrat besteht aus 15 Mitgliedern, die CDU und die Wählergemeinschaft mussten je einen Sitz an uns abgeben.

Natürlich haben wir mehr als nur die Windenergieanlagen in unserem Programm, z.B. die Verhinderung der geplanten Müllverbrennungsanlage im Industriegebiet nebenan, der Schwerlastverkehr, der unsere Straßen zerstört und seine Kontrolle, die Straßenausbaubeitragssatzung, die niemand möchte, die Verbesserung der Straßenbeleuchtung im Ort, der notwendige Breitbandausbau in den Randgebieten und anderes...

 

 

03. August 2016

 

In der ARD Mediathek ist ein Beitrag vom 1. August, der aufzeigt, wie (brutal) inzwischen im Kampf um die Windenergieanlagen vorgegangen wird:

http://mediathek.daserste.de/Reportage-Dokumentation/Exclusiv-im-Ersten-Der-Kampf-um-die-Win/Video?bcastId=799280&documentId=36899152

Nicht erschrecken, der Beitrag ist dort in der nächsten Zeile mit dem Titelbild zu finden: "Der Kampf um die Windräder"

 

12. Juli 2016

 

Nach Auskunft vom Landkreis Stade  (Herr Schomacker)  sind die fehlenden Unterlagen nachgereicht worden. Der Investor hat sich weiterhin für ein öffentliches Verfahren ausgesprochen.

 

In Schleswig-Holstein befindet sich eine Anlage der Luftverkehrssicherung. Die in Bützfleth geplanten drei Windenergieanlagen liegen vom Abstand her zu dicht an dieser Anlage. Die zuständige Behörde wird untersuchen, ob deswegen eine Genehmigung für die Windanlagen erteilt werden kann. Wenn nicht, wird die Landkreisverwaltung die Windanlagen nicht genehmigen.

 

Der Investor hat beim Verwaltunggericht Stade eine Klage auf eine einstweilige Feststellung eingereicht. Damit soll im Fall der "Kollision" mit der Flugsicherungsanlage die Kreisverwaltung angewiesen werden, den Antrag auf Genehmigung für die Windanlagen trotz der Ablehnung weiter zu bearbeiten.

 

 

Juni 2016

 

Laut Auskunft vom Landkreis Stade fehlen immer noch Unterlagen zum Antrag des Investors für die Bearbeitung der Genehmigung.        (Das betrifft offenbar den Bereich Ausgleichsflächen und Vogelschutz.)

Im Bereich der geplanten Anlagen sind seit einiger Zeit Vermessungsarbeiten durchgeführt worden, es stehen Markierungspflöcke.

Vor Beginn von Bauarbeiten müssten auf unsere Einwendungen bei der Stadt Stade Antworten bei uns eintreffen, das ist bislang noch nicht geschehen.

Aus der Gruppe der Aktiven der IG Flethstraße haben sich Kandidaten für die Wahl des Ortsrates in Bützfleth im September zur Verfügung gestellt.

 

 

März  2016

 

Im Moment sieht es ruhig aus um die drei geplanten Windkraftanlagen. Vorsicht! Noch ist nichts entschieden.

Die Genehmigung ist nicht vom Tisch, besser: von den Landern...

Wir bleiben natürlich dran, wir alle müssen aufmerksam bleiben. Wenn es etwas Neues gibt, wird hier sofort akualisiert.

Verdächtig waren die Ufersanierungsarbeiten am Fleth am Ortsende Richtung Moorchaussee. Beim Umspannwerk wird intensiv gebaut, am Landernweg Richtung Drochtersen werden Horizontalbohrungen für Leerrohre vorgenommen.

Nachtrag: die Rohre sind für den Anschluss der 6 neuen Windanlagen westlich von Drochtersen vorgesehen. Sie werden den Strom beim Umspannwerk Bützfleth ins Netz einspeisen.

 

10. Oktober 2015

Bützflether Windkraftanlagen im Genehmigungsverfahren


Viele BürgerInnen haben die Meldung in der örtlichen Presse missverstanden, dass die Stadtwerke ihren Windpark im Bützflether Moor nicht weiter planen. Das betrifft allerdings die zusätzlich noch geplanten 10 Windkraftanlagen an der Rotschlammdeponie, die Bützfleth auch noch aufnehmen sollte, da solche Anlagen hier ja bisher ohne Widerstände und Proteste schön einfach zu bauen waren.


Leider sind die riesigen Windkraftanlagen am Ortsrand keineswegs vom Tisch. Die Stadt Stade arbeitet die zahlreichen Einwendungen gegen die Änderung des Flächennutzungsplanes ab, die die IG Flethstrasse und viele BürgerInnen eingereicht haben. Auf Druck der IG Flethstrasse begrenzt der Flächennutzungsplan die zulässige Höhe der Anlagen auf 150 m. Der Investor hat einen Genehmigungsantrag beim Landkreis gestellt. Wir warten jetzt, dass diese Unterlagen wie versprochen öffentlich ausgelegt werden. Auch dagegen können wir dann wieder Einwendungen erheben, denn die Bützflether BürgerInnen wollen nicht noch mehr Windkraftanlagen in Bützfleth haben, besonders nicht in der letzten freien Sichtachse.


20. August 2015

 

Über 240 Personen haben die Einwendungen unterschrieben oder eigene Einwendungen hinzugefügt und abgegeben.

 

 

31. Juli 2015

Windparkplanung  Bützflether-Hammaher Moor aufgegeben

Die Stadtwerke Stade, an der Planung eines weiteren Windparks beteiligt, haben unter anderem wegen der energischen Proteste der Bürger, die weitere Planung eines dritten Windparkgebietes eingestellt.
Siehe auch Stader Tageblatt vom 31. Juli 2015, Seite 15.

 

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Stader Tageblatt vom 31.07.2015, Seite 15
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21. Juli 2015

Hier finden Sie den Text der Einwendungen zum Lesen oder zum Ausdrucken und Unterschreiben. Sie können diesen Einwendungen selbstverständlich noch eigene Punkte hinzufügen. Unterschriebene Einwendungen bitte bei Hilke Ehlers im Büro des Fruchthandelsverbandes Nord, Obstmarschenweg 350 in Bützfleth abgeben. Wir werden dann alle Einwendungen gesammelt rechtzeitig bei der Stadt abgeben.

Sie können auch im Büro bei Hilke Ehlers die Einwendungen in der angefügten Liste unterschreiben.

 


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27. Juni 2015

Im Rathaus liegen vom 6.7. bis zum 14.8. die Unterlagen für die 33te Änderung des Flächennutzungsplanes aus. Täglich Mo bis Mi von 0830 bis 1530 Uhr, Do bis 1800 Uhr und Fr bis 1230 Uhr einzusehen.

Wir machen dazu und zu den wichtigen und notwendigen Stellungnahmemöglichkeiten der Bürger einen Informationsabend Mitte des Monats! Wir helfen jedem mit einem vorbereiteten Schreiben, in das natürlich noch eigene Bedenken eingefügt werden können.

Einladung folgt hier und per Flugblatt in Bützfleth.


7. März 2015

Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU) hat nach intensiver Diskussion empfohlen,  den Flächennutzungsplan so zu ändern, dass ein Windpark mit drei Anlagen mit nur 150 m und nicht 180m Höhe möglich wird. Damit schließt er sich dem Ortsrat Bützfleth an.


2. März 2015

Unsere Reaktion auf das Schreiben des Investors EnergieKontor  (unterzeichnet u.a von Herrn Föllner) vom 18.12.2014 an die Hansestadt Stade, das wir erst durch Akteneinsicht einsehen konnten und das auch unser Ortsbürgermeister uns vorenthalten hat:

 

IG Flethstrasse Windkraft mit Abstand und Anstand

Sprecherin Hilke Ehlers

21683 Bützfleth

Holunderweg 8

04146 92 88 66



Offener Brief

An die Bürgermeisterin Silvia Nieber

Ratspolitiker der Stadt Stade

Bauverwaltung der Stadt Stade

Ortsrat Bützfleth

Lokale Presse                                                                                                                                                1. März 2015



Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Nieber,

sehr geehrte Damen und Herren,


nach dem Bericht „Macht Windkraft krank?“ in der Welt am Sonntag vom 1.3.2015 http://www.welt.de/print/wams/wirtschaft/article137938635/Macht-Windkraft-krank.html

fordern wir, sich dem faktischen dänischen Moratorium anzuschließen:


Aussetzung des Genehmigungsverfahrens für Windenergieanlagen in Bützfleth.


Infraschall ist gesundheitsschädlich. Diese Erkenntnis hat die dänische Regierung veranlasst, ein Gutachten dazu in Auftrag zu geben. Bis zu dessen Vorlage 2017 ist der Bau von Windenergieanlagen im führenden Land der Windkraft faktisch ausgesetzt.


Wir haben durch eine erste Akteneinsicht den Eindruck gewonnen, dass der Rat der Stadt Stade zu diesem Thema nicht mehr frei entscheiden kann.

Der Investor ist alarmiert durch die Höhenbeschränkung des Ortsrats Bützfleth auf 150 m und schreibt am 18.12.2014 an die Stadt Stade. Wir nehmen dazu Stellung.


Schon die Behauptung, es gäbe keine neue Sachlage gegenüber Februar 2014 entspricht nicht den Tatsachen. Die IG Flethstrasse hat mittlerweile fast 800 Unterschriften, also fast 2400 Kommunalwahlstimmen eingereicht und damit belegt, dass es eine breite Ablehnung der Erweiterung des Windparks in Bützfleth gibt. Zu den zu erwartenden Transportschäden gibt es bisher keine schriftlichen Einlassungen des Investors. Auch dies hat den Ortsrat Bützfleth zu einer Neubewertung veranlasst.


Anders als bisher behauptet legt der Investor in diesem Schreiben dar, dass bei 186m die Grenzwerte für Schatten und Schall nicht eingehalten werden können und die Anlagen zeitweise abgeschaltet werden müssen. Bei 150 m könnten diese Grenzwerte wohl eher eingehalten werden.


Die Behauptung des Investors, kleinere Anlagen seien gefährlicher für Vögel und Fledermäuse als höhere, entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage.

Es ist allgemein bekannt, dass WEAs eine Gefährdung für Vögel und Fledermäuse darstellen.

Die Gefährdung der Vögel ergibt sich aus der Rotorfläche: Je größer die Rotorfläche desto größer das Gefährdungspotential.

Erwiesen ist, dass jedes Jahr mehr als 200.000 Fledermäuse in Deutschland durch den Unterdruck der WEAs getötet werden. 2


150 m hohe Anlagen haben weniger Nachtbefeuerung und weniger rote Signalfarbmarkierungen auf den Rotorblättern als die 180 m hohen Anlagen. Die optisch bedrängende Wirkung durch WEAs und die Zerstörung des Landschaftsbildes ist zweifelsfrei größer bei höheren Anlagen als bei kleineren. Das ist für jeden Bürger und Bürgerin leicht nachvollziehbar.


Die Behauptung einer konstanten Anzahl von Baufahrzeugen auch bei kleineren Anlagen ist schlichtweg falsch. Bei WEAs mit gleichem Rotordurchmesser und größeren Mastanlagen treten wesentliche höhere Kraftmomente auf, die durch größere Fundamente aufgefangen werden müssen. Folglich sind erheblich mehr Baufahrzeuge erforderlich.


Erstmalig behauptet der Investor in diesem Schreiben, dass die bisher geplanten WEAs bei geringerer Höhe nicht aufgestellt werden können und er völlig neue Anlagentypen und Hersteller verwenden müßte.

Außerdem ist auch seine Aussage zur Flächenversiegelung schlichtweg falsch, denn größere Anlagenteile, die auf höhere Masten gehoben werden müssen, erfordern größere Kräne und größere Kranstellflächen.

Sind das seine einzigen Argumente unter der Überschrift „Ökologische Auswirkungen“?

Will er damit die Stadt Stade unter Druck setzen?

 

Nach Herstellerangabe von General Electric im Internet ist sehr wohl der Bau der hier verhandelten Anlage auf geringere Masthöhe bis unter 100 m möglich. Was ist der Hintergrund für diese offensichtlichen Falschaussagen des Investors?


Die Behauptung des Investors, dass bei kleineren Anlagen eine Reduzierung der Gewerbesteuerzahlung von 2 Mio auf 1,3 Mio in 20 Jahren (100.000 € /Jahr auf 65.000 €/Jahr) erfolgt, ist ohne Belang.

Jegliche Mutmaßungen in seinem Schreiben zu Gewerbesteuereinnahmen der Stadt sind entbehrlich, da

Windparks statistisch 13 Jahre lang überhaupt keine Gewerbesteuer zahlen. Danach werden WEAs gerne in einzelne GmbHs umgewandelt, um auch dann die Steuern zu vermeiden.


Bisher wurden keine Verträge vorgelegt, aus denen sich die Verpflichtung zur Zahlung an die Ortschaft zugunsten gemeinnütziger Einrichtungen ergibt.

Sicher ist allerdings der Wertverlust von Privateigentum in Millionenhöhe.


Den letzten Absatz des Schreibens können wir nur als Drohung des Investors mit einer Klage gegen die Höhenbegrenzung verstehen.

Durch diese Androhung wird den Ratsmitgliedern die Möglichkeit genommen frei zu entscheiden.

Schon allein deswegen dürfen die Politiker dem Investor nicht auch noch zusätzliche Flächen durch eine Ausnahmegenehmigung einräumen, indem sie die Windvorrangfläche des ROP um fast 4 ha erweitern (von 16,3 ha auf 19,9 ha, also über 20%!).


Verwunderlich ist, dass bisher der Schriftverkehr zwischen der Baubehörde der Stadt Stade und dem Investor im vertraulichen „Du“ gelaufen ist. Das ist zwischen einer Behörde und einem Antragsteller absolut unüblich!


Auf Basis dieses intransparenten und unüblich vertrauten Verfahrens und der neuen Erkenntnisse aus Dänemark sind die Entscheidungsträger der Stadt Stade gefordert, dem Grundgesetz gemäß für die Unversehrtheit ihrer Bürgerinnen und Bürger zu sorgen. Das bedeutet, die Belange von Mensch und Gesundheit an erste Stelle zu stellen und nicht den ausschließlich wirtschaftlichen Interessen eines Investors nachzugeben.


Der beste Ausweg aus dieser Entscheidungsmisere ist aus unserer Sicht, dem o.g. Moratorium zu folgen.


Mit freundlichen Grüßen


Hilke Ehlers


 

 

Bericht von der Ortsratssitzung am 12. Februar 2015:

 

Der Ortsrat hat in einstimmiger Abstimmung beschlossen, dass für die drei geplanten neuen Windkraftanlagen eine Gesamthöhe von nur noch 150 m zugelassen werden soll, nicht 180 m wie vorher in 2014 beschlossen!

Die Sitzung war mit deutlich über 50 Zuhörern gut besucht.

 

 

Stellungnahme der IG Flethstraße zu den Antworten des Rates/der Stadtverwaltung der Stadt  Stade

Die Verwaltung der Stadt Stade belügt uns Bürgerinnen und Bürger schon wieder. Auf die einfache Frage, wie viele Schwertransporte die Stadt zum Bau der 3 Anlagen erwartet, antwortet der Stadtbaurat, das wisse er noch nicht, weil er nicht wisse, was wo gebaut wird.
Wie bitte? Die Stadt ändert den Flächennutzungsplan zugunsten eines bekannten Planungsbüros für 3 Windkraftanlagen von 186m Höhe im Bützflether Moor. Und der Stadtbaurat weiß nicht, was wo gebaut wird?
Die Erhöhung der geplanten Fläche für Windkraftanlagen von 16,3 ha (Raumordnungsprogramm des Landkreises) auf 19,9 ha im Flächennutzungplan der Stadt Stade soll zurückgehen auf unterschiedliche Maßstäbe der öffentlichen Karten? Das soll 3,6 ha Unterschied ausmachen?
Die Stadt Stade hat angeblich Fachleute, die von unseren Steuergeldern bezahlt werden. Diese sind aber nicht willens, den steuerzahlenden Bürgern korrekte sachdienliche Auskünfte zu erteilen. Stattdessen müssen diese steuerzahlenden Bürger von ihrem Nettoverdienst einen Fachanwalt beauftragen, der ihnen die Sachfragen korrekt beantwortet. Wir lassen uns das nicht länger gefallen.
Interessanter Weise hat kein einziger unserer gewählten Ratspolitiker sich zu diesen offensichtlich ausweichenden Antworten geäußert, geschweige denn Kritik daran geübt oder nachgefragt.

 


Fachbereich Bauen und Stadtentwicklung 11.12.2014                    (Antworten)
Abteilung Planung und Umwelt


Fragen an den Rat der Hansestadt Stade   am 15.12.2014 im Rahmen der Einwohnerfragestunde zur geplanten 33. Änderung des Flächennutzungsplanes  „Erweiterung Windpark Bützfleth“

1. Warum verhandelt die Hansestadt Stade mit dem Planungsbüro über 19,9 ha, wenn im RROP nur 16,3 ha als Vorrangfläche ausgewiesen sind?

Das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) ist grundsätzlich nicht parzellenscharf und wird durch nachfolgende Planungsebenen (z.B. kommunale Bauleitplan-verfahren oder Genehmigungsverfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz - BImSchG) konkretisiert.
Grundsätzlich sollen die WEA einschließlich der gesamten vom Rotor überstrichenen Flächen innerhalb der Flächennutzungsplandarstellung bzw. des Bebauungsplangebiets befinden. Des Weiteren soll auf eine optimale Ausnutzung der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie hingewirkt werden.
Aufgrund der unterschiedlichen Maßstabsebenen zwischen den RROP mit 1:50.000 und dem Flächennutzungsplan mit 1:15.000 und der auf Flächennutzungsplan-Ebene leichteren Möglichkeit zur detaillierten Überprüfung ihrer notwendigen Abstände z.B. zu vorhandenen Wohnnutzungen oder zu Baudenkmälern, gibt es auf der Ebene der Flächennutzungsplanung leichte Anpassungen der Grenze des zukünftigen sonstigen Sondergebiets gegenüber der grobmaßstäblicheren Darstellung des Vorranggebietes Windenergienutzung aus dem RROP2013 Landkreis Stade.

2. Wie kann die Hansestadt Stade über 3 Windkraftanlagen an diesem Ort verhandeln, obwohl der im RROP vorgeschriebene Abstand zur Stromtrasse nicht eingehalten wird? Das ist immerhin ein hartes Kriterium im RROP!

Im Rahmen des Änderungsverfahrens wurde durch ein Gutachten bestätigt, dass die Nachlaufströmung der geplanten Windenergieanlagen die vorhandene Hochspannungsfreileitung nicht beeinträchtigt. Der zuständige Leitungsträger hat im frühzeitigen Beteiligungsverfahren mitgeteilt, dass gegen die Erweiterung des Windpark Bützfleth keine Bedenken bestehen.

3. Die Vorgabe im RROP von mindestens 4 Anlagen a 3MW soll eine Zerstückelung der Landschaft verhindern. Wie ist es zu erklären,  dass die Hansestadt Stade durch die Verhandlung über 3 x 2,5 MW von dieser Vorgabe abweicht? Geschieht das nur zugunsten der wirtschaftlichen Interessen des Planers / Investors?

Im RROP ist das Vorranggebiet Windenergienutzung Stade in zwei Teilbereiche (südlicher und nördlicher Teil) aufgeteilt. Da im südlichen Teil des Vorranggebietes bereits 5 Altanlagen stehen und derzeit 3 neue Windenergieanlagen (WEA) im nördlichen Teil geplant sind, bietet das Vorranggebiet  für Windenergie Raum für 8 WEA.
Somit wird die RROP-Vorgabe eingehalten, dass in einem Vorranggebiet mindestens 4 WEA zu errichten sind.
Mit der RROP-Vorgabe in den Vorrangstandorten für Windenergienutzung Anlagen der 3 MW-Klasse oder leitungsfähigere zu realisieren, wird das übergeordnete Ziel verfolgt, die bisherige Nennleistung von 300 auf 600 MW im Landkreis Stade deutlich zu erhöhen.

4. Können 4 x 3 MW-Anlagen überhaupt auf der im RROP ausgewiesenen Vorrang-fläche von 16 ha platziert werden?

Wie erläutert bei Frage 3, gilt das 4 Anlagen-Kriterium für den Standort Bützfleth insgesamt. Aufgrund der einzuhaltenden Abstände der Windenergieanlagen zueinander und der zu beachtenden Windabschattung sieht die aktuelle Anlagenplanung 3 WEA vor.

5. Plant die Hansestadt Stade noch ein B-Planverfahren zur Genehmigung oder wie soll das Genehmigungsverfahren insgesamt ablaufen?

Derzeit plant die Stadt kein B-Planverfahren. Im Zuge der Anpassungspflicht an die
Regionalplanung, wird mit der kommunalen Bauleitplanung (hier 33. Änderung des FNP 2000) die planungsrechtliche Voraussetzung geschaffen, dass auf der Vorrangfläche für Windenergie WEA errichtet werden können. Sie macht hierbei von ihrem Recht Gebrauch, Höhenfestsetzungen in der 33. Änderung des FNP 2000 zu treffen.
Die Vorhabenträgerin Energiekontor AG aus Bremen hat sich dafür entschieden gemäß § 4 i.V.m. § 10 BImSchG ein förmliches Genehmigungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung durchzuführen.

6. Wie viele Transporte mit mehr als dem auf der Flethstraße zulässigen 5,5 t Ge-samtgewicht wären für die Erschließung und den Bau der Anlagen zu erwarten?

Der Stadt ist nicht bekannt, wie viele Transporte mit mehr als 5,5 t Gesamtgewicht für die Errichtung der WEA benötigt werden. Eine Beurteilung ist erst möglich, wenn nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens nach dem  BImSchG feststeht, wo welcher Anlagentyp nebst Fundament im Geltungsbereich der FNP-Änderung errichtet wird und welche Wegeführung für die Transporte  in Anspruch genommen werden soll.

7. Wie könnte und würde die Hansestadt Stade sicherstellen, dass es vor Beginn der Arbeiten ein Beweissicherungsverfahren gibt?

8. Wie könnte und würde die Hansestadt Stade gewährleisten, dass ihre Bürger - anders als 2002 - auch tatsächlich für Schäden an den Häusern entschädigt werden?

9. Die Stader Bürger aus Bützfleth fordern nach dennegativen Erfahrungen von 2002 im Falle von Baumaßnahmen zur Aufstellung weiterer Windräder eine Beweis-lastumkehr in Bezug auf die zu erwartenden Schäden  an den Häusern. Wird die Hansestadt Stade diese Forderung übernehmen und wie kann sie dies realisieren?

Antwort zu 7,8 und 9:
Das Zustandekommen der 33. Änderung des FNP führt nicht dazu, dass ein Beweissicherungs- verfahren durchgeführt wird. Im Rahmen des Antragsverfahrens nach dem BImSchG können vertragliche Reglungen zwischen Antragsteller und Genehmigungsbehörde für ein Beweissicherungsverfahren getroffen werden.

10. Wo und wie würde die Hansestadt Stade 40 ha Ausgleichsfläche als Ruhefläche für die Nonnengänse ausweisen? Sind diese Flächen dann der landwirtschaftlichen Nutzung komplett entzogen?

Nicht die Hansestadt Stade, sondern der Antragssteller muss im Rahmen des Antragsverfahrens nach dem BImSchG sicherstellen, dass der Kompensationsbedarf von 40 ha gesichert wird. Die erforderlichen Kompensationsmaßnahmen sind im Vorfeld mit der Genehmigungsbehörde (d.h. mit unteren Naturschutzbehörde) abzustimmen.

                                                        Geplante Windkraftanlage in Bützfleth im Maßstab 1 : 100


Ortsrat beschließt Höhenbegrenzung

Die IG Flethstrasse freut sich über ihren Erfolg, dass der Ortsrat eine Höhenbegrenzung auf 150m beschlossen hat. Prompt hat das Planungsbüro angekündigt, die Stadt Stade zu drängen, sich über diesen Beschluss hinwegzusetzen. Die 150m-Anlagen sind wohl unwirtschaftlich!?

Bürger des Jahres aus Bützfleth

Die IG Flethstrasse gratuliert dem neuen Bürger des Jahres, Hans-Herrmann Ott, ganz herzlich zu dieser Auszeichnung und hoffen auf seine Unterstützung aufgrund seiner Zusicherung für eine Beweissicherung und angemessene Entschädigung der Flethstrassen-Anwohner zu sorgen. Möge ihm dies als Bürger des Jahres noch besser gelingen.